Stunts leben von Vertrauen, Timing und Präzision. Jede Position, jede Bewegung und jeder Count muss sitzen. Dennoch wird die Bedeutung von Kommunikation im Training oft unterschätzt. Viele denken, perfektes Teamwork funktioniert ganz automatisch und ohne Kommunikation. Gerade im Stunt ist fehlende Kommunikation jedoch selten ein Vorteil.
Im Stunt ist niemand allein. Ein Stunt funktioniert nur, wenn Bases, Flyer und Backspot als Einheit arbeiten. Wenn eine Person unsicher ist, müde wird oder eine kleine Anpassung braucht, betrifft das sofort die komplette Stuntgroup. Hier zeugt sich, wie wichtig Kommunikation wirklich ist. Ein klarer count, ein kurzes „ready“ oder ein ehrliches „wait“ kann den Unterschied zwischen einem sauberen Stunt und einem Wackler ausmachen.
Viele zögern, etwas zu sagen, aus Furcht, den Ablauf zu stören oder als störend wahrgenommen zu werden. Ganz im Gegenteil: Kommunikation ist ein Zeichen von Verantwortung. Schweigen verhindert hier jedoch keinen Fehler, es schützt weder dich noch dein Team. Schweigen bei Unsicherheiten sorgt häufig für Missverständnisse, verpasste Counts oder schlechtem Timing.
Kommunikation beginnt nicht erst beim Stunt. Sie fängt schon davor an, beim Set. Wie fühlt sich der Grip an? Sind die Counts klar? Sind alle bereit? Klare Absprachen vor dem Stunt schaffen Sicherheit und reduzieren Stress, besonders bei neuen Skills oder an Tagen, an denen nicht alles perfekt läuft. Klare Absprachen und Vorbereitung führen zu einem ruhigeren Ablauf im Stunt.
Auch während des Stunts ist Kommunikation kein Zeichen von Chaos, sondern von Kontrolle. Kleine Anpassungen und Korrekturen wie „higher“, „closer“ oder „hold“ helfen, gemeinsam zu reagieren und den Stunt zu meistern. Gerade im Cheerleading, wo Sekundenbruchteile zählen, kann ein Wort mehr Sicherheit schaffen als jedes stillschweigende Hoffen, dass alles schon gut gehen wird.
Auch nach dem Stunt spielt Kommunikation eine zentrale Rolle. Was hat sich gut angefühlt? Wo waren Unsicherheit? Welche Counts haben nicht gesessen? Konstruktives Feedback unterstützt dem gesamten Team beim Wachsen.“ Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um gemeinsames Lernen. Ein offenes Gespräch stärkt das Vertrauen und macht die Stuntgroup langfristig stabiler.
Gute Kommunikation bedeutet auch aufmerksam zuhören. Nicht alle Teammitglieder trauen sich, ihre Gedanken laut auszusprechen, und nicht jede Unsicherheit kommt sofort zur Sprache. Oft steckt jedoch mehr hinter der Stille, als man auf den ersten Blick sieht. Ein gutes Team gibt jedem die Möglichkeit, sich zu äußern, ohne Angst vor Kritik zu haben. Vertrauen wächst, wenn offene Worte willkommen sind.
Am Ende ist Teamwork im Stunt kein stilles Mitlaufen, sondern ein aktiver Austausch. Wer spricht, schützt. Wer zuhört, stärkt. Und wer beides tut, macht den Stunt sicherer, stabiler und erfolgreicher. Offene Kommunikation verhindert Fehler, bevor sie passieren, und schafft ein sicheres Gefühl auf der Matte. Teamwork funktioniert durch Austausch, nicht durch Schweigen.

