Eine gute Stuntgroup braucht Zeit, um sich einzuspielen

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Eine gute Stuntgroup braucht Zeit, um sich einzuspielen
01.02.2026 Sina Möller Lifestyle

In den ersten Trainings fühlt sich vieles noch ungewohnt an. Grips sitzen nicht automatisch, Counts laufen nicht ganz synchron und jede Bewegung braucht bewusste Konzentration. Oft entsteht schnell der Wunsch, dass es sofort funktionieren muss. Doch genau hier liegt einer der größten Denkfehler im Cheerleading. Eine Stuntgroup ist kein festes Konstrukt, sondern ein Zusammenspiel aus Menschen, das sich entwickeln darf und muss. Sicherheit, Vertrauen und Stabilität entstehen nicht über Nacht.

 

Jede Person bringt unterschiedliche Voraussetzungen mit in die Group. Körpergröße, Kraftverteilung, Bewegungsgefühl, Reaktionszeit und Erfahrung unterscheiden sich, selbst wenn alle auf einem ähnlichen Level trainieren. Diese Unterschiede müssen sich erst aufeinander abstimmen. Anfangs kann sich das chaotisch anfühlem, doch mit jeder Wiederholung lernt die Gruppe, wie sich der Stunt gemeinsam anfühlen soll. Erst wenn alle verstehen, wie viel Spannung, Tempo und Kontrolle nötig sind, entsteht ein stabiles Fundament.

 

Ein entscheidender Faktor in diesem Prozess ist Kommunikation. Nicht nur während des Stunts, sondern auch davor und danach. Kleine Absprachen, ehrliches Feedback und das Benennen von Unsicherheiten verhindern Frust und Missverständnisse. Eine funktionierende Stuntgroup traut sich, Probleme anzusprechen, ohne Schuld zu verteilen. Fehler sind kein persönliches Versagen, sondern Hinweise darauf, wo das Zusammenspiel noch nicht greift.

 

Mit der Zeit entwickelt sich Vertrauen. Bases lernen, sich aufeinander zu verlassen, der Backspot spürt, wann Unterstützung gebraucht wird, und der Flyer kann Spannung halten, ohne zu verkrampfen. Bewegungen werden flüssiger, Reaktionen schneller und Abläufe klarer. Was am Anfang bewusst geplant werden musste, läuft plötzlich intuitiv ab. Diese Sicherheit entsteht nur durch gemeinsame Trainingszeit und nicht durch Druck.

 

Besonders wichtig ist Geduld. Rückschritte gehören genauso dazu wie Fortschritte. Manche Tage fühlen sich instabil an, obwohl es zuvor besser lief. Das ist kein Zeichen dafür, dass die Stuntgroup nicht funktioniert, sondern Teil eines natürlichen Lernprozesses. Wer bereit ist, diese Phasen auszuhalten und weiter gemeinsam zu arbeiten, baut langfristig eine starke und verlässliche Stuntgroup auf.

 

Am Ende zeigt sich, dass die besten Stuntgroups nicht die sind, die am schnellsten neue Skills lernen, sondern die, die sich Zeit nehmen, um wirklich zusammenzuwachsen. Zeit, um Vertrauen aufzubauen, Abläufe zu verinnerlichen und ein gemeinsames Gefühl für Timing und Spannung zu entwickeln. Genau diese Basis macht den Unterschied zwischen einem Stunt, der irgendwie gehalten wird, und einem Stunt, der ruhig, sicher und kontrolliert wirkt.