Wenn ein Basket nicht die gewünschte Höhe erreicht oder sich instabil anfühlt, ist der erste Impuls fast immer derselbe: mehr Kraft. Tiefer dippen, fester greifen, explosiver strecken. Doch genau diese Denkweise führt oft in die falsche Richtung. Denn der häufigste Fehler bei Baskets ist nicht mangelnde Power, sondern fehlendes Timing.
Ein Basket ist keine Aneinanderreihung einzelner Bewegungen, sondern eine gemeinsame Aktion. Der Dip, die Streckung und der Release müssen sich wie ein einziger Impuls anfühlen. Sobald auch nur eine Person minimal aus diesem Rhythmus fällt, verpufft Energie. Die Bewegung wird schwer, unrund oder hektisch. Statt nach oben zu gehen, geht die Kraft im Timing verloren.
Besonders deutlich wird das, wenn einzelne Bases versuchen, Timing mit Kraft auszugleichen. Die Arme werden schneller gestreckt, der Grip härter, der Wurf aggressiver. Doch statt Höhe entsteht Spannung. Der Basket wirkt gedrückt, der Flyer fühlt sich unruhig, manchmal sogar unsicher. Kraft ohne Timing arbeitet nicht zusammen, sie arbeitet gegeneinander.
Für Flyer ist Timing genauso entscheidend, auch wenn es von außen oft anders wirkt. Zu frühes Strecken blockiert den Wurf, zu spätes Abspringen nimmt Höhe. Wer im falschen Moment zögert oder kompensiert, verändert die gesamte Flugkurve. Ein sauberer Basket entsteht dann, wenn der Flyer den Impuls annimmt, nicht dagegen arbeitet und dem Timing der Gruppe vertraut.
Gerade unter Druck, bei neuen Skills oder im Wettkampf zeigt sich, wie stabil das Timing wirklich ist. Nervosität führt dazu, dass Bewegungen vorgezogen oder verzögert werden. Der Fokus liegt auf dem Ziel, nicht auf dem Weg dorthin. Dabei ist es genau der Ablauf, der den Erfolg entscheidet. Ein guter Basket beginnt lange vor dem Wurf, mit klaren Counts, eindeutigen Absprachen und einem gemeinsamen Timing.
Teams, die an ihrem Timing arbeiten, merken schnell einen Unterschied. Baskets fühlen sich plötzlich leichter an, selbst ohne zusätzliche Kraft. Die Höhe wird konstanter, der Catch ruhiger, die Kontrolle größer. Nicht, weil jemand stärker geworden ist, sondern weil alle im selben Moment handeln. Timing reduziert Stress, erhöht Sicherheit und verbessert die Qualität nachhaltig.
Im Cheerleading geht es nicht darum, wer am härtesten arbeitet, sondern wie gut ein Team zusammenarbeitet. Ein perfekt getimter Basket nutzt die vorhandene Kraft optimal. Er ist effizient, sauber und kontrolliert. Und genau deshalb gilt immer wieder: Timing schlägt Kraft. Nicht manchmal, sondern jedes Mal.

